Berichte/Presse: Salzach-Gymnasium Maulbronn

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Herbst: Altbau, Pausenhof
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Kulturschule: Deutsch-Leistungskurs zu Gast im Faust-Museum Knittlingen

Autor: SGMaulbronn
Artikel vom 10.11.2025

„Warum baut man ein Faustmuseum, wenn man nicht einmal sicher sagen kann, dass Johann Georg Faust hier gelebt hat?“, hakt Lennard (J2) nach einer guten halben Stunde Führung zurecht nach. Museumsleiterin Dr. Denise Roth gibt bis zu diesem Zeitpunkt Einblicke in die Renaissance, einer Zeit voller Spannungen und der Zerrissenheit zwischen geistigen Höhen und dem Abgrund der Hölle. Der historische Dr. Faustus war eine Art Magier, Alchemist, heute würde man Naturwissenschaftler sagen, ein Astrologe, Horoskopeersteller, Scharlatan, der sich im Jahr 1540 bei einer selbstverschuldeten Explosion in die Luft sprengte. Und das Entscheidende: man sagt ihm nach, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen.

Es ist also nicht unbedingt die historische Figur, sondern vielmehr der Faust-Stoff, der die Jahrhunderte überdauerte und die Menschen bis heute fesselt.

Auch Goethe sei Dank, versteht sich. Und schon nimmt Frau Dr. Roth die SchülerInnen mit in die Geschichte um Heinrich Faust, Mephistopheles und Gretchen, die der wichtigste deutschsprachige Dichter daraus gemacht hat. Die angehenden AbituientInnen bekommen eine anschauliche Zusammenfassung, die sie beeindruckt. Auch betont die Faust-Expertin, dass das Interessante am Faust eben seine Interpretation sei, seine Zuschreibungen, die Faszination und Abstoßung, die von ihm ausgeht, nicht eigentlich die Person.

Damit leitet sie über zum SchülerInnen-Workshop: Es gibt Themen, Stoffe, Mythen, die uns Menschen fesseln – so zum Beispiel der Teufelspakt oder das Faustische. Wo und wann befinden wir uns heutzutage in Teufelspaktsituationen? Wann begegnet uns das Faustische im Alltag? Inwiefern sind diese Motive Bestandteil beispielsweise unserer Lieblingsserien? – Hierzu sollen die SchülerInnen nun schreiben. Zum Warm-Up lässt Frau Dr. Roth sie in Kleingruppen Synonyme zu Gefühlsausdrücken finden. Knapp 120 bedeutungsähnliche Wörter findet ein SchülerInnenteam für das Wort „traurig“. „Das ist eine riesige Assoziationswolke!“, freut sich die Museumsleiterin und lässt die Lernenden erkennen, dass sie über einen großen Wortschatz verfügen, den sie in ihren Schulaufsätzen nur noch anwenden müssen. Dann wählen die Gäste des SGM aus verschiedenen Arbeitsaufträgen das passende aus: sie erörtern, berichten oder erzählen. Und zwar nach dem Prinzip: Show, don’t tell. Auch hier sind die Ergebnisse hocherfreulich. – So sehr, dass in einigen Wochen ein Workshop Teil 2 anschließen soll, um die Schreiberfahrung zu vertiefen und auszubauen. Darauf freuen wir uns!