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Schule der Diktatoren

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Die Schule der Diktatoren

Das Stück, welches sich die Theater-AG des Salzach-Gymnasiums Maulbronn in diesem Jahr vorgenommen hatte, war sicherlich keine leichte Kost. Erich Kästner, der eigentlich eher für seine heiteren Kinderbücher bekannt ist, aber auch zwei Weltkriege miterleben musste, stellt hier eine Gesellschaft dar, die unfreier kaum zu denken ist. Gefangen in einer Diktatur, die in einer Maschinerie aus  totaler Überwachung, Kontrolle, Repression und Manipulation ihr Weiterbestehen sichert, hat kein Befreiungsversuch Einzelner eine Chance.

Diesen Eindruck bekam der Zuschauer bereits vor Beginn des Stückes vermittelt, da der Vorraum zur Aula mit Überwachungskameras ausgestattet war und zwei schwer bewaffnete Sicherheitsposten Personenkontrollen am Eingang durchführten. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 12 agierten durchweg überzeugend, von den austauschbaren Diktator-Figuren über die zu ihrer Unterhaltung stets bereitstehenden Prostituierten, die erfolglosen Rebellen bis hin zu den vier großen Manipulatoren, die am Ende des Stückes selber von den Rädern ihres Systems erfasst und vernichtet werden, da das neue Regime schon im Hintergrund bereit steht.

Die Grundidee des Stückes wurde durch das beeindruckende Bühnenbild noch unterstützt: die drei großen Elemente – ein alles dominierendes Portrait des Diktators eingerahmt von zwei Projektionsleinwänden – wurden von den Fäden eines übergroßen Marionettenkreuzes, das über Bühne und Zuschauern von der Decke hing, zusammengehalten.

Personenkult, Überwachungsstaat und Repression, die „chronische Aktualität“, die Kästner seinem Stück bescheinigt, all das kommt dem, der heutzutage Berichte über die Diktaturen dieser Welt verfolgt, leider nur zu vertraut vor. Und die Akteure der Theater-AG haben es mit ihrem engagierten Spiel hervorragend verstanden, den Zuschauern diese Tatsache bewusst zu machen.